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Das vorliegende Aufgabenblatt befasst sich mit den Grundlagen der Vererbungslehre nach Gregor Mendel. Es umfasst zwei Aufgaben: eine Analyse eines einfachen Erbgangs anhand eines Schemas und eine komplexere Aufgabe zum dihybriden Erbgang bei Lupinen.
[Analyse]
Aufgabe 1: Hierbei handelt es sich um einen monohybriden Erbgang (Betrachtung eines Merkmals: Blütenfarbe). Da die F1-Generation einheitlich eine Merkmalsform der Eltern zeigt und in der F2-Generation ein Aufspaltungsverhältnis von 3:1 auftritt, liegt ein dominant-rezessiver Erbgang vor. Es kommen die 1. Mendelsche Regel (Uniformitätsregel) und die 2. Mendelsche Regel (Spaltungsregel) zur Anwendung.
Aufgabe 2: Dies ist ein dihybrider Erbgang (Betrachtung zweier Merkmale: Bitterstoffgehalt und Beschaffenheit der Hülsen). Da die Merkmale unabhängig voneinander vererbt werden (wie die F2-Generation zeigt), findet die 3. Mendelsche Regel (Unabhängigkeitsregel/Neukombinationsregel) Anwendung. Wir untersuchen die Genotypen der F2-Generation, um die Erbstabilität der gewünschten Merkmalskombination zu beurteilen.
[Lösung]
Aufgabe 1: Bestimmung des Erbgangs
P-Generation (Eltern): Eine weiße und eine rote Blüte werden gekreuzt.
F1-Generation (1. Tochtergeneration): Alle Nachkommen sind rot. Dies zeigt, dass das Allel für "Rot" dominant gegenüber dem Allel für "Weiß" ist. (1. Mendelsche Regel: Uniformität).
F2-Generation (2. Tochtergeneration): Bei der Selbstkreuzung der F1 treten rote und weiße Blüten im Verhältnis 3:1 auf (3 rote, 1 weiße). Dies ist das klassische Verhältnis für einen dominant-rezessiven Erbgang bei mischerbigen Eltern. (2. Mendelsche Regel: Spaltung).
Fazit: Es handelt sich um einen monohybriden, dominant-rezessiven Erbgang.
Aufgabe 2: Züchtung von Süßlupinen
1. Definition der Allele:
B: Bitterstoffe vorhanden (dominant)
b: keine Bitterstoffe / Süßlupine (rezessiv)
P: platzfeste Hülsen (dominant)
p: platzende Hülsen (rezessiv)
Hinweis: Dass Bitterstoffe und Platzfestigkeit dominant sind, leitet sich aus der F1-Generation ab, die nur diese Merkmale zeigt.
2. Kreuzungsschema:
P-Generation:
Süßlupine, platzend: bbpp (reinerbig)
Bitterlupine, platzfest: BBPP (reinerbig)
Keimzellen: bp und BP
F1-Generation:
Genotyp: BbPp (mischerbig)
Phänotyp: Bitterstoffe vorhanden, platzfeste Hülsen (einheitlich)
F2-Generation (Kreuzung BbPp x BbPp):
Die Keimzellen beider Eltern sind: BP, Bp, bP, bp.
| Keimzellen | BP | Bp | bP | bp |
|---|---|---|---|---|
| BP | BBPP | BBPp | BbPP | BbPp |
| Bp | BBPp | BBpp | BbPp | Bbpp |
| bP | BbPP | BbPp | bbPP | bbPp |
| bp | BbPp | Bbpp | bbPp | bbpp |
3. Analyse der gewünschten Lupinen (bitterstofffrei & platzfest):
Die gewünschten Pflanzen haben den Phänotyp "Süßlupine mit platzfesten Hülsen". Im Schema sind dies die fettgedruckten Genotypen:
1x bbPP (reinerbig/homozygot für beide Merkmale)
2x bbPp (reinerbig für Süß, aber mischerbig für Platzfestigkeit)
4. Beantwortung der Frage zur Weitergabe:
Die gewählten Pflanzen werden die Eigenschaften nicht alle stabil an ihre Nachkommen weitergeben:
Die Individuen mit dem Genotyp bbPP sind reinerbig. Sie werden in der F3-Generation ausschließlich Nachkommen mit den gewünschten Eigenschaften (süß & platzfest) hervorbringen.
Die Individuen mit dem Genotyp bbPp sind bezüglich der Platzfestigkeit mischerbig. Bei ihrer Vermehrung werden nach der 2. Mendelschen Regel wieder Pflanzen mit platzenden Hülsen (Genotyp bbpp) auftreten (im Verhältnis 3:1 innerhalb dieser Gruppe).
[Antwort]
Zu 1: Es handelt sich um einen monohybriden dominant-rezessiven Erbgang. Die F1 ist uniform (Rot ist dominant), und die F2 spaltet sich im Verhältnis 3:1 auf.
Zu 2: Die ausgewählten bitterstofffreien Lupinen mit platzfesten Hülsen besitzen zwei mögliche Genotypen: bbPP (reinerbig) und bbPp (mischerbig). Nur die reinerbigen Pflanzen (bbPP) geben die Eigenschaften stabil an alle Nachkommen weiter. Die mischerbigen Pflanzen (bbPp) werden in der nächsten Generation wieder Nachkommen mit platzenden Hülsen hervorbringen. Um eine stabile Sorte zu erhalten, müssten die reinerbigen Individuen durch weitere Testkreuzungen identifiziert und selektiert werden.
